| International New Year Tournament in Ettelbruck Luxemburg |
Am
3.1.03 fuhren Lutz und ich nach Luxemburg. Wir hatten die Möglichkeit in zwei
Disziplinen zumelden. Also entschied sich Lutz für Einzel und Doppel und ich
mich fürs Doppel und Mixed. Es wurde in drei Spielstärken unterschieden. In
der S-Klasse spielten die absoluten Spitzenspieler, die Punkte für die
Weltrangliste sammeln konnten und auch Spieler der 1.+2. Bundesliga. In der
A-Klasse die Spieler aus den Ober-, Landesligen und Verbandklassen. Dann kam
die B-Klasse, in der das "Fußvolk" der restlichen Spielebenen
antreten durften. Es ist nicht möglich die einzelnen Spielebenen hier bei uns
auf die in anderen Ländern zu übertragen. So traten auch sehr gute Spieler in
der B-Klasse an. So mussten wir auf Losglück hoffen, dass wir auf Gegner
treffen, die für uns schlagbar waren. Noch am Freitagabend gingen wir in die
Halle zum Trainieren und zu schauen gegen wen und wann wir antreten müssen.
In den Ferien haben wir fast jeden Tag mehrere Stunden Schlagtraining
gemacht. Jetzt muss sich zeigen, ob die Vorbereitung gut war.
Samstag
8 h in der Halle. Warm machen und Einschlagen um 9 h ist Lutz mit seinem
ersten Einzel dran. Am Anfang sehr nervös, aber routiniert spielt er sein
Spiel durch und gewinnt 15:6/6. Ein gutes Gefühl, da im Einzel das KO- System
gespielt wird. Einige Stunden später gewinnt er auch das zweite Spiel
15:11/8. Im dritten Spiel gibt Lutz alles, nach einem guten Fight gewinnt
er an Erfahrung und der Gegner, der später im Finale stand, das Spiel.
Wir
müssen zwischen unseren Spielen sehr lange warten. Die Zeit wird uns aber
durch die supertollen Spiele der S-Klasse Spieler versüßt. Ich habe noch nie
Spieler, die oben in der Weltrangliste spielen, live zuschauen können. Da
sind die Nationalspieler aus Japan, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Österreich,
Kanada usw. mit in der selben Halle, dass motiviert uns zusätzlich.
Inzwischen
habe ich mich mit meiner englischen Partnerin eingeschlagen und besprochen,
wie wir die Spiele angehen wollen. Wir haben das Glück in Gruppenspielen
starten zu können. Unser erstes Spiel gewinnen wir mit 11:1/6 das zweite in
drei Sätzen mit 6:11, 11:2/3. Hurra, wir sind Gruppensieger und kommen
weiter. Es ist mittlerweile 20.30 h unser erstes Doppelspiel wird aufgerufen.
Lutz und ich spielen uns warm, wir haben lange auf den Tribünen gesessen und
die Muskeln haben die vorherigen Spiele noch nicht verarbeitet. Also noch mal
stretchen und losgeht es. Der erste Satz läuft prima, oft werden die
Aufschläge gewechselt ohne das sich die Punktzahl ändert. Wir führen 14 zu
10, haben aber leider das Band vergessen um den Sack zuzumachen und verlieren
diesen Satz noch 14 zu 17. Am Anfang des zweiten Satzes sind wir guten Mutes,
doch leider verlieren wir unseren Faden und auch den Satz recht deutlich.
Unsere Gegner standen später im Finale. Uns fehlt vielleicht eine
gewisse Gelassenheit, die man erwirbt, wenn man oft solche Turniere spielt.
Auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt fast aussichtslos ist noch als
Gruppenerster weiterzukommen, klammern wir uns an die Hoffnung, dass es am
Sonntag besser läuft.
Wir
gehen zur Spagettiparty, um die notwendigen Kohlenhydrate für den nächsten
Tag aufzunehmen. Wir waren den Tag 15 Std. in der Halle und haben schöne
Spiele gesehen und selber gespielt. Jetzt hat sich die lange Fahrt schon
gelohnt.
Am
Sonntag müssen wir schon wieder um 9 h ran. An Ausschlafen ist nicht
zudenken. Lutz und ich gewinnen unser erstes Doppel relativ einfach 15:8/7, da
wir besser aus den Startlöchern kamen als die Gegner. Im Mixed läuft es
spitzenmäßig wir gewinnen 11:5/0, wir stehen jetzt im Halbfinale. Jetzt müssen
wir wieder im HD antreten. Um noch eine kleine Chance aufs weiterkommen zu
haben müssen wir unser nächstes Doppel gewinnen. Uns gegenüber stehen zwei
kräftige Spieler, die beide ein kopfgrößer als wir sind und letztes Jahr im
Finale standen. Super Motivation für uns. Nach den ersten Ballwechseln liegen
wir rasch mit 0 zu 5 hinten. Es ist ein reines Schmetterspiel, wer einmal
hochgespielt hat wehrt die nächsten Bälle ab, es geht immer hin und her.
Leider bricht mein Schlägerkopf an der Seite und ich muss meinen
Ersatzschläger holen. Genug Zeit die Taktik noch einmal zu überdenken. Wir
werden unser Spiel ändern, nur noch kurze Bälle am Netz, viel Drive und
immer in die Mitte schmettern, damit der Partner dann die Abwehrbälle
der Gegner am Netz versenken kann. Unser neues System geht auf wir holen auf
und gewinnen unsere Punkt und damit das Match 15:8/8. Es war unser bestes
Match bisher. Leider sind wir als Gruppenzweiter ausgeschieden.
Jetzt
stand das Mixed noch bevor, hätte mir Jemand vorher gesagt, dass
ich das Halbfinale erreiche, ich hätte ihn für verrückt erklärt.
Zeitgleich mit den Endspielen der S-Klasse, traten wir auf einem Seitenplatz
an. Wir mussten gegen Lien Thanh Liem und Hluchan-Niegelchen einer
asiatisch-deutschen Kombination antreten. 12 zu 13 verloren wir den ersten
Satz nach 40 min. Leider kamen wir dann auf die schlechtere Seite und konnten
das Match nicht mehr umdrehen, 5 zu 11 ging der 2.Satz verloren.
Alles
in allem ein gutes Turnier mit einer hervorragenden Organisation. Für uns
sehr gewöhnungsbedürftig die dauernden, lauten Lautsprecherdurchsagen während
der Spiele und ein ewiges Gewusel um die Spielfelder herum. Spieler,
Schiedsrichter und sonstige Helfer mit Lappen und Besen ausgerüstet gehen
sehr nahe an den Feldern entlang egal ob gerade gespielt wird oder nicht. Die
Stühle der Schiris und die Wannen für die Sporttaschen stehen unmittelbar an
den Linien. Man muss lernen sich nur auf das eigene Spiel zu konzentrieren und
alles um einen herum auszuschalten. Auffällig war, dass keine Schläger aus
Wut geworfen wurden und auch nur sehr leise geflucht wurde.
Hartwig